2003 2017-11-22T11:17:45+00:00

Project Description

Das Jahr 2003

Das chinesische Horoskop sagt für das Jahr der Ziege dramatische bis chaotische Entwicklungen voraus. Auch wenn wir uns politisch und finanziell am Rande des Abgrunds bewegen, soll das Gleichgewicht letztendlich doch einigermaßen wiederhergestellt werden. Weisheit und Kompetenz aber wird man vergeblich suchen. (1)

In der westlichen Astrologie kennen wir keine Zuordnung eines Jahres zu einem bestimmten Zeichen. Als prognostische Mittel verwenden wir in erster Linie die Aspekte der langsamlaufenden Planeten untereinander, die Zeichenwechsel langsamlaufender Planeten und die Phasen deren Rückläufigkeit.

Aspekte:

2003 wird es keine so auffallend harten Planeten-Aspekte geben wie 2001 und 2002. Dass heißt allerdings nicht, dass deshalb plötzlich alle Spannungen in der Welt nachlassen. Die Krise, die unter Saturn-Pluto (2001/02) offenbar wurde, hat eine Vorgeschichte und eine weitere Entwicklung. Diese Entwicklung wird astrologisch zur Zeit hauptsächlich durch das Jupiter-Pluto-Trigon bestimmt (Mitte Oktober 02 bis Anfang Juli 03). Ein Trigon gilt in der persönlichen Astrologie als harmonischer, glückverheißender Aspekt. Doch auf politischer Ebene kann diese Planetenverbindung durchaus für kriegerische Gewalt stehen, die sich hemmungslos entfaltet. Das „harmonische“ Zusammenspiel von Jupiter (Glaube/Recht/Fülle/Expansion) und Pluto (Zerstörung/Machtmissbrauch/Stärke) zeigt, dass diejenigen, die an der Macht sind, sich zu rücksichtslosem Expansionsstreben ermuntert fühlen und zur Zeit auch wenig entgegengesetzt bekommen. Dies gilt für Russland, dies gilt für die USA und dies gilt für den ein oder anderen Großkonzern. Sicher lässt sich Jupiter-Pluto auch mit einer gefestigten Glaubensgemeinschaft in Verbindung bringen oder als das gestärkte Selbstbewusstsein einer Nation interpretieren – doch in Bezug auf Interessenskonflikte heißt es jetzt: Wer die Macht hat, setzt sie erfolgreich durch. Wenn beide Planeten 2004 ein Quadrat bilden, wird auf das selbstverkündete Recht (Jupiter) des plutonisch-Überlegenen („Wir haben die Verantwortung, die Welt zu führen“, G.W. Bush), wieder eine deutliche Gegenreaktion folgen.

Offensichtlicher wird die Bedeutung des momentanen Trigons, betrachtet man seine Stellung im Zusammenhang des gesamten Jupiter-Pluto-Zyklus. Ein Zyklus zweier Planeten beginnt mit der Konjunktion, wenn beide Himmelskörper auf dem gleichen Tierkreisgrad stehen, und endet mit der nächsten Konjunktion. Zwischen diesen Zeitpunkten bilden die betreffenden Planeten verschiedene markante Winkel, von denen einige sich als besonders bedeutsam erwiesen haben.

Markante Stationen des aktuellen Jupiter-Pluto-Zyklus

Der Zyklus begann 1994 mit der Konjunktion im Zeichen Skorpion und endet mit der nächsten Konjunktion 2007 im Zeichen Schütze. Kurz nach der Anfangskonjunktion traten beide Planeten in den Schützen. Pluto benötigt 13 Jahre, um den Schützen zu durchlaufen; in dieser Zeit wandert Jupiter einmal durch den ganzen Tierkreis und noch einmal durch das Zeichen Schütze, um an dessen Ende eine neue Konjunktion mit Pluto einzugehen. Symbolisch auffallend ist, dass sowohl die Zeichen Skorpion und Schütze betroffen sind, als auch deren Herrscher (Pluto herrscht über Skorpion, Jupiter über Schütze). Plutos Durchgang durch Jupiters Zeichen und auch die letzte Konjunktion beider Planeten in Plutos Zeichen weisen darauf, dass beide Prinzipien – Skorpion und Schütze – zur Zeit miteinander im Konflikt liegen. In der Welt selbst ist es scheinbar zu einer Spaltung zwischen Macht (Pluto) und Glaube (Jupiter) gekommen. Die einen glauben an die Macht, die anderen berufen sich auf die Macht ihres Glaubens.

Politisch geht es in diesem Zyklus um die Frage, wer die Oberhand behält – die Macht (Pluto) oder das Recht (Jupiter). In geistiger Hinsicht ist dies ein Kampf zwischen unseren Ängsten (Pluto) und unseren Idealen (Jupiter). Für uns als Menschheit geht es darum, ob wir uns mit aller Macht an das klammern, was wir kontrollieren können (für Amerika z.B. das Öl) und damit sogar unseren eigenen Untergang riskieren (Pluto) oder eine neue Zukunftsvision finden (Schütze).

Die letzte Jupiter-Pluto-Konjunktion fand 1994 am Ende des Zeichens Skorpion statt. Betrachten wir die Schlagzeilen, erscheint das Jahr vergleichweise ruhig. Und doch muss hier der Keim für einen großen Teil der aktuellen weltpolitischen Entwicklungen gesucht werden: Der Kampf ums Öl tritt in eine neue Phase und vermutlich werden 1994 hinter den Kulissen (Skorpion) wichtige neue Entscheidungen getroffen und Strategien festgelegt. Auf jeden Fall unterzeichnen westliche Ölkonzerne mit der aserbaidschanischen Regierung den sogenannten Jahrhundertvertrag zur Ausbeutung des kaspischen Ölreichtums. Die Führer der Mudjahedin Afghanistans werden vom US-Kongress nach Washington eingeladen, wo Ihnen ein Plan für ein gigantisches Pipelineprojekt durch ihr Land unterbreitet wird.

Unter den „fundamentalistischen“ Moslems wächst die Gegnerschaft zu den USA. Es kommt zu Anschlägen gegen US-Einrichtungen in Saudi-Arabien. Im September 1994 treten die Taliban erstmals öffentlich in Erscheinung.

Rußland beendete die einseitig proklamierte Unabhängigkeit Tschetscheniens durch eine militärische Invasion (erster Tschetschenien-Krieg).

1998: das aufsteigende Quadrat (der erste Spannungsaspekt des Zyklus) offenbart bestehende Konflikte. Die US-Botschaften in Tansania und Kenia werden durch schwere Bombenangriffe zerstört. Die USA fliegen Vergeltungsschläge gegen vermutete Drahtzieher im Sudan und in Afghanistan.

1999 bilden Jupiter und Pluto das aufsteigende Trigon: Gegen schwache internationale Proteste nimmt Rußland den Krieg in Tschetschenien in aller Härte neu auf. Die Krise im Kosovo überdeckt mehrere Luftangriffe der USA auf den Irak. Sowohl Rußland als auch die USA können ihre Vorstellung von Konfliktbewältigung ohne die Einmischung anderer Staaten durchsetzen.

2000 / 2001 stehen Jupiter und Pluto in Opposition. Innerhalb eines Planetenzyklus ist dies die Phase stärkster Spannung.

Im Krieg Rußlands gegen die rebellierenden Tschetschenen räumen diese unter großen Verlusten ihre Hauptstadt Grosny. Die Auseinandersetzung wird als verlustreicher Guerillakrieg weitergeführt.

G.W. Bush wird neuer Präsidenten der USA. Außenpolitisch verfolgt er einen harten Kurs und nimmt das Verteidigungskonzept der nationalen Raketenabwehr wieder auf. Rußland, Asien und Westeuropa werten den militärischen Alleingang als Rückfall in die Zeit des Kalten Krieges. (Der Anschlag auf das WTC und der Krieg gegen Afghanistan fallen zeitlich nicht mehr mit dieser, sondern mit der Saturn-Pluto-Opposition zusammen).

2002/03: das absteigende Trigon zwischen Jupiter und Pluto ist von der Zeitqualität her mit dem Jahr 1999 vergleichbar. Das Geiseldrama in Moskau fällt mit dem Beginn des Trigons zusammen. Russland bereitet sich bereits auf einen neuen Tschetschenienkrieg vor, die USA sind bereit, den Irak anzugreifen und die Regierungen der Welt werden dem kaum etwas entgegensetzen.

2004 wird Jupiter das absteigende Quadrat zu Pluto bilden und stellt damit wieder einen Zeitpunkt der offenen Konfrontation und der Reaktion gegen die Position der Mächtigen dar. Je schwerwiegender die Macht während des jetzigen Trigons missbraucht wird, desto heftiger dürfte die Gegenreaktion 2004 ausfallen.

2007 gehen Jupiter und Pluto eine neue Konjunktion im Zeichen Schütze ein. Vorstellbar ist, dass dort nach dem vorhergehenden schweren Lernprozess der Impuls für die Entwicklung einer neuen Rechtsordnung für die Staaten der Welt gelegt wird.

Zeichenwechsel

Jupiter wechselt Ende August 2003 nach einjährigem Aufenthalt im Löwen in das Zeichen Jungfrau, das er ebenfalls ein Jahr lang durchlaufen wird. Im Feuerzeichen Löwe begünstigte Jupiter einen kämpferischen, egozentrischen Trend, in der Jungfrauphase wird es mehr um Arbeit und Zurückhaltung gehen. Der Schaden, der in der Löwezeit verursacht wurde, muss während der Jungfrauphase ausgewertet und verdaut werden. Jungfrau ist ein Erdzeichen und damit werden wirtschaftliche Aspekte besonderen Vorrang haben. Ein Trend zu neuer materieller Bescheidenheit (Jungfrau) kündigt sich bereits an.

Saturn, der sich ca. 2 1/2 Jahre in jedem Zeichen befindet, wird Anfang Juni von den Zwillingen in den Krebs wandern. Saturns Zwillingephase kennzeichnete eine Zeit, in der die Beziehungen zwischen den Völkern und Staaten auf dem Prüfstein standen. In der Krebsphase wird der Trend vorherrschen, die Nachbarn Nachbarn sein zu lassen, um erst mal die Probleme im eigenen Heim zu lösen.

Der wichtigste Zeichenwechsel aber ist Uranus‘ Übergang vom Wassermann in die Fische (Mitte März). Uranus, der sich sieben Jahre in jedem Zeichen befindet, sorgt für radikale neue Entwicklungen, was sich in der Wassermannphase besonders in der Computer- und Kommunikationstechnik bemerkbar machte. Auch die weltweite Finanzkrise am Ende dieser Phase muss mit Uranus‘ Durchgang durch den Wassermann in Zusammenhang gesehen werden. Wassermann bildet einen Kontrapunkt zu Stier, dem Prinzip der materiellen Sicherheit. Nachdem durch technischen Fortschritt (Wassermann) immer mehr Arbeitsplätze abgeschafft wurden, ist inzwischen das gesamte Finanzsystem erschüttert. Die Industrielle Revolution (ab ca. 1745) begann ebenfalls in einer Zeit, als Uranus durch den Wassermann lief. Durch die Erfindung der Dampfmaschine und des Webstuhles verloren in kürzester Zeit Millionen Menschen ihre Arbeit. Heute wie damals befinden wir uns also in erster Linie in einer Phase der strukturellen und nicht, wie allgemein angenommen, der konjunkturellen Massenarbeitslosigkeit.

Es ist sehr schwierig, die Trends der vor uns liegenden Uranus-Fische-Phase vorherzusehen. Das liegt zum einen daran, dass uranische Entwicklungen immer überraschend kommen. Zum anderen widersprechen sich beide Prinzipien: Uranus bringt neue Impulse in die Welt, Fische verarbeitet die Vergangenheit. Uranus‘ Vorgehen ist klar, kühl und rational, der Fischeaspekt der Welt ist verschwommen, intuitiv, vieldeutig.

In der letzten Uranus-Fische-Phase (1919/ 20 bis 1927/28) herrschten in der europäischen und amerikanischen Kunst daher auch zwei völlig gegenläufige Trends vor: die extrem kühle, uranische Sachlichkeit eines Mies van der Rohe („Die Bemühungen der Mystiker werden Episoden bleiben, … , wir schätzen die Vernunft und das Reale“) stößt auf die Fische-Psychedelik eines Otto Dix oder eines George Grosz. Die Bauhausbewegung demonstriert schließlich, dass uranische und neptunische (Fische) Visionen sich kaum vereinbaren lassen. Die Spannungen zwischen den Kunstästheten (Fische/Neptun) und den bilderfeindlichen Ingenieuren (Uranus) eskalieren.

Uranus‘ Durchgang durch das letzte Zeichen des Tierkreises muss als Abschlussphase eines großen, vierundachtzig Jahre währenden Zyklus betrachtet werden. Innerhalb dieser Abschlussphase wird nicht in erster Linie Neues ins Leben gerufen, sondern die Vergangenheit (Fische) auf neue Weise (Uranus) verarbeitet. Dabei können auch Entwicklungen, die wir als Menschheit hinter uns glaubten, noch einmal auf erschreckende Weise aktuell werden. Kollektive Ängste dürften dabei eine Rolle spielen: Die Gründung der NSDAP fällt in die letzte Uranus-Fische-Phase, genau wie die des Klu-Klux-Klan.

Es kann zu überraschenden Entwicklungen im Zusammenhang mit Drogen kommen, da dem Fischeprinzip bewusstseinsverändernde Substanzen unterstehen. Englands Opiumkriege 1840-42 fielen in eine Uranus-Fische-Phase, die Prohibition in den USA ab 1920 ebenfalls. Die Prohibitionsbewegung lässt sich wohl am besten als Drang nach Befreiung (Uranus) von Rauschzuständen (Fische) interpretieren. Interessanter Weise kam es in der gleichen Zeit zur Verbreitung der damals unerhört aufregenden (also uranischen) Jazzmusik, deren Musiker sich fast alle durch den Konsum von Marihuana inspirieren ließen.

Beide Prinzipien jedoch sind visionär – Uranus geistig, Fische intuitiv. In der letzten Uranus-Fische-Phase wurde der Kellog-Briand-Pakt geschlossen (Krieg ist kein Mittel der Politik), die erste Waldorfschule gegründet und das pazifistische Manifest von Einstein, Ghandi und anderen unterzeichnet. Auch bahnbrechende neue Erkenntnisse über die Naturgesetze fallen in Uranus Durchgang durch die Fische (Newtons Entdeckung der Spektralfarben des Lichtes 1672, Heisenbergs Entwicklung der Quantenmechanik 1925)

Rückläufigkeiten

Von der Erde aus gesehen laufen die Planeten nicht gradlinig durch den Tierkreis, sondern in Schleifen, sie wandern also gelegentlich auch zurück. Astrologisch werden direktläufige und rückläufige Planeten unterschiedlich gedeutet. Die Rückläufigkeit eines Planeten muss immer im Zusammenhang mit der davorliegenden Phase betrachtet werden. Was auf der entsprechenden Planetenebene zuvor in Gang gekommen ist, stagniert während der Rückläufigkeit und wird infrage gestellt. Die Deutung der direkt- und rückläufigen Phasen spielt in erster Linie für kollektive Entwicklungen eine Rolle. Haben die Bestrebungen einer Einzelperson mit den Wünschen und Zielen einer größeren Gruppe zu tun, können die Rückläufigkeiten im Leben dieser Person aber durchaus von Bedeutung sein. Dies ist oft bereits bei beruflicher Selbständigkeit der Fall. Je mehr Planeten zu einer bestimmten Zeit rückläufig sind, desto deutlicher stagniert die wirtschaftliche Entwicklung und desto stärker wird das Leben einer unternehmerisch tätigen Person davon beeinflusst.

Merkur ist 2003 viermal rückläufig: vom 3.1. bis 22.1., vom 26.4. bis 19.5., vom 29.8. bis 19.9. und vom 18.12. bis ins folgende Jahr hinein (7.1.2004). Diese Zeiten sind ungünstig für Verhandlungen, Verträge und Bewerbungen. Dies betrifft in erster Linie die kollektive Ebene, also Politik und Wirtschaft, oft aber auch Ihre persönliche: für wichtige Abschlüsse sollten Sie nicht gerade diese Zeiträume wählen.

Venus bildet 2003 keine Schleife, Mars ist vom 29.7. bis 26.9. rückläufig. Besonders Projekte, die kurz zuvor mit viel Energie, Begeisterung oder kriegerischen Absichten begonnen wurden, stagnieren in dieser Zeit.

Jupiter ist bereits zu Beginn des Jahres rückläufig (seit dem 4.12.02) und beendet diese Phase am 4.4. Jupiter betrifft den Handel und die Handelsbeziehungen, Verträge und Abkommen zwischen den Völkern, aber auch die Themen Glaube und Vertrauen.

Saturn ist vom 12.10.02 bis zum 21.2.03 rückläufig, dann wieder vom 26.10.03 bis 8.3.04. Langfristige Projekte, die viel Arbeit erfordern, werden hier hinterfragt und müssen umstrukturiert werden. Ein gutes Beispiel sind die geplanten Sparmaßnahmen der neuen Regierung, die seit Saturns Rückläufigkeit Mitte Oktober weitgehend überarbeitet werden.

(1) rororo, chinesische Horoskope, Reinbek 1980

Alle geschichtlichen Daten aus: Der große Ploetz, Stein Kulturfahrplan und www.weltchronik.de