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Astro-Newsletter Nr.3 - März 2001

 

Liebe Leser,

ab jetzt soll der Astro-News-Letter vier mal im Jahr erscheinen - jeweils zu Beginn der neuen Jahreszeit. Diese Zeitpunkte habe ich auch deswegen gewählt, weil die Astrologie grundlegend mit ihnen verbunden ist. Vier Punkte des Tierkreises stehen für den Beginn der jeweils neuen Jahreszeit: 0 Grad Widder für den Frühling, 0 Grad Krebs für den Sommer, 0 Grad Waage für den Herbst und 0 Grad Steinbock für den Winter. Dies sind die beiden Tag-und-Nacht-Gleichen (Äquinoktien) und die beiden Sonnenwenden (Solstizien).

Wenn die Sonne 0 Grad Widder erreicht, beginnt der Frühling. 0 Grad Widder ist ein genau festlegbarer Punkt auf dem Tierkreis, den die Sonne nicht immer am 21.3. überquert. In diesem Jahr passiert dies am 20.3.01 um 13.57 Uhr MEZ.

Wer heute geboren wird, hat also die Chance, noch Fisch oder schon Widder zu werden, abhängig von der genauen Geburtszeit. Es passiert übrigens nicht so ganz selten, dass ein Klient nach der Beratung mit einem 'neuen' Tierkreiszeichen nach Hause geht. Obwohl in den Horoskopen der Tageszeitungen das Zeichen Widder erst am 21.3. beginnt, können, so wie auch in diesem Jahr, einige Widder bereits kurz vor dem 21.3. geboren werden.

Um 13.57 Uhr beginnt heute der Frühling; die Sonne tritt in das Tierkreiszeichen Widder. Diese beiden Aussagen bezeichnen den gleichen Vorgang, sie können nicht getrennt voneinander gedacht werden. Die Astrologie geht davon aus, und soweit wir sie in die Vergangenheit zurückverfolgen können, ging sie schon immer davon aus, dass mit diesem Punkt das Tierkreiszeichen Widder beginnt. Dies ist eine Definition, die nichts mit irgendwelchen Sternen am Himmel zu tun hat. Frühlingspunkt, Widderpunkt und 0 Grad Widder sind Synonyme für den gleichen Punkt - den Punkt, an dem die Sonne den Himmelsäquator von Süden nach Norden zu Frühlingsbeginn überschreitet.

Dieses an sich simple Tatsache führt in der Literatur häufig zu Missverstädnissen, und zwar nicht selten auch in der astronomischen Fachliteratur. Ein modernes Gerücht, das besonders von denen gern verbreitet wird, die sich mit dem technischen Aspekt der Astrologie nie befasst haben, besagt, Astrologie würde sich mit dem Einfluss von Sternbildern befassen.

Dies ist, was die europäische Astrologie und ihre babylonischen Ursprünge betrifft, nicht der Fall. Sternbilder, die willkürliche Zusammenfassung bestimmter Sterne zu bildhaften Gruppierungen, finden in Teilen der indischen Astrologie eine Verwendung. Hier im Westen kennt man keine astrologische Relevanz von Sternbildern.

Es gibt also eine klare Unterscheidung zwischen den Tierkreiszeichen, mit denen die Astrologie arbeitet und den Sternbildern. Diese Unterscheidung wurde bereits über 2000 Jahren vor unserer Zeitrechnung festgelegt. Zu Missverständnissen führt allerdings die Tatsache, dass zwölf Sternbilder (von denen es insgesamt 88 gibt) die gleiche Namen tragen wie die zwölf Tierkreiszeichen (von denen es eben nur zwölf gibt).

Aufgrund eines sehr langen Kreiselzyklus der Erde, verschieben sich die Sterne ständig gegen den Frühlingspunkt, bzw. gegen die Tierkreiszeichen (Präzession). Häufig wird argumentiert, Astrologen wären nicht mit den tatsächlichen Konstellationen am Himmel vertraut, da heute jemand, der am 21.3. geboren wird, kein Widder sei, sondern ein Fisch. Schließlich stünde die Sonne zu diesem Zeitpunkt im Sternbild Fische. Wer so argumentiert, kennt den Unterschied zwischen Tierkreiszeichen und Sternbildern nicht und weiß auch nicht, dass die Astrologie mit letzteren nicht arbeitet.

Oft wird in astronomischen Werken behauptet, der Tierkreis wäre in einer Zeit erfunden worden, als Sternbilder und Tierkreiszeichen gerade übereinstimmten. Später habe man erkennen müssen, dass durch die Präzession keine Übereinstimmung mehr bestünde. Obwohl es für diese Idee keinen einzigen Beweis gibt, hat sie sich als wissenschaftlich anerkannte These etabliert.

Da Sternbilder und Tierkreiszeichen aufgrund der unterschiedlichen Größen niemals übereinstimmen können, muss man sich natürlich fragen, wieso es überhaupt zur 'Erfindung' des Tierkreises kam. Die einzig plausible Erklärung liegt eben in der Erkenntnis der Präzession: allein weil es keinen feststehenden Punkt im Universum gibt, musste einer festgelegt werden - der Frühlingspunkt. Vom Frühlingspunkt (Schnittpunkt der Sonnenbahn mit dem Himmelsäquator) ausgehend wurde der Tierkreis definiert, der für die Positionsbestimmung der Planeten erforderlich ist.

Wenn ein Astronom 200 vor Christus niederschrieb, dass der Planet Mars 15 Grad im Tierkreiszeichen Widder stand, wissen wir heute, was gemeint war. Hätte er sich auf das Sternbild Widder bezogen, hätten wir jetzt keinen blassen Schimmer davon, wo Mars gestanden haben könnte (Sternbilder waren zur der Zeit übrigens noch nicht klar gegeneinander abgegrenzt; das sind sie erst seit 1930).

Mit dieser Positionsbestimmung arbeiten Astrologie und Astronomie auch heute noch. Was ein Astrologe 15 Grad Widder nennt, bezeichnet der Astronom als 15 Grad ekliptikale Länge. Damit ist natürlich noch kein Beweis für oder gegen die Astrologie geführt - Argumente, die sich gegen astrologische Berechnungstechniken wenden, sind jedoch unhaltbar. In meinem Buch 'Astrologie - was ist das eigentlich?', das soeben im Iris-Verlag erschienen ist, gehe ich ausführlicher auf diese Thematik ein.

So viel aus dem verschneiten Kiel.

Einen wunderschönen Frühling wünscht

Martin A. Banger

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Astrologe Martin A. Banger

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